die häusergruppe liegt im alten, noch gut erhalten dorfkern von caviano, an einem steilen nordhang mit aussicht auf den lago maggiore und berge.

das leben in den schmalen gassen mit den dicht ineinander verwobenen häusern scheint irgendwie, als wäre die zeit stehengeblieben.

 

die zwei gegenüberliegenden, aber unabhängigen alten ställe wurden zufällig gleichzeitig zum kauf angeboten, was angesichts des kleinen volumens jedes einzelnen eine notwendige ausgangslage war.

daraus entstand die zentrale entwurfsidee : „das leben über die gasse“, welche jedoch insofern heutigen anforderungen angepasst wurde, indem beide ferienhäuser über küche, bäder und schlafmöglichkeiten verfügen und somit auch autonom als haupt- und gästehaus genutzt werden können.

 

ein dritter stall konnte 2 jahre später dazu gekauft werden, was dem bedürfnis der bewohner  nach einem musikhaus entgegen kam.

 

jedes einzelne haus erhielt so seine speziellen eigenschaften, die sich zu einem ganzen ergänzen :

-haupthaus : optimaler wohnkomfort mit grosszügiger aussicht auf see und berge

-gästehaus : grosszügige aussenloggia, die als sommerküche genutzt werden kann

-musikhaus : aussenterrasse und grosser übungsraum

 

wie in den alten tessinerdörfern üblich, wurde  bewusst auf sichtbare grenzabschottungen verzichtet, privater und öffentlicher aussenraum geht fugenlos ineinander über.

die privaten wege und plätze wurden mit der gleichen  ortsüblichen pflästerung belegt,

wie sie auch für die zwischen den drei häusern hindurch führende dorfgasse verwendet wurde.

 

bei den zwei zuerst umgebauten ställen konnten die steinmauern weitgehend erhalten werden. eine zentrale projektidee war der bewusste umgang mit den bestehenden maueröffnungen, welche in der regel so belassen wurden, wie sie waren. verglasungen fügen sich oft rahmenlos in die steinarchitektur ein, die alten mauern sollten ihre volle optische wirkung entfallten können.

 

beim nachträglich erstellten musikhaus konnte im grossen keller eine zentralheizung eingebaut werden, was eine thermische isolation auch der natursteinwände erfordete.

zwecks einer optimalen einbindung der drei häuser in den dorfkern schien das äussere sichtbarbelassen der alten steinmauern als notwendigkeit. in anlehnung an die lebendigkeit und unregelmässigkeit der natursteinmauern wurde die verputzte innenisolation mit einer schwarzen lasurfarbe gestrichen.

 

vereinzelte steinmauern, die nicht mehr erhalten werden konnten, wurden durch betonwände ersetzt, das steinmaterial aus dem abbruch hingegen wurde für die erstellung einer zusäztlichen aussenloggia und von stützmauern verwendet, sodas kein steinmaterial aufwändig durch die engen dorfgassen abgeführt werden musste.

auf eine strenge trennung von alt und neu wurde bewusst verzichtet, vielmehr sollte  eine einheit geschaffen werden, mit ablesbaren, gezielten neuen eingriffen.


nur die detaillierung der neuen bauteile, die im feinen kontrast zur traditionellen grundform steht, verweist auf die veränderte nutzung als ferienhäuser. die drei baukörper, mit den sichtbar belassen steinfassaden, fügen sich nahtlos in das bestehende dorf.

fotos: h.henz architekturfotograf