das zu bebauende grundstück mit steiler südhanglage befindet sich in einem villenquartier westlich ausserhalb des historischen dorfkerns von morcote, erhöht über dem luganersee. über einen kurzen fussweg besteht eine anbindung an das historische dorf. das bestehende villenquartier selbst bietet kaum baukulturelle anknüpfungsmöglichkeiten.

deshalb kommt der architektur des neubaus die wichtige aufgabe zu, einen ort von starker identität zu schaffen, mit erlebbarer beziehung zum dorf morcote und seiner umgebung.

durch leichte schrägstellung im quartier wird das gebäude präzis auf das gegenüberliegende italienische hafenstädtchen porto ceresio ausgerichtet. seitliches fast vollständiges schliessen und frontseitiges komplettes öffnen der aussenwände im obersten wohngeschoss erzeugen mehr erlebbare nähe zum see und dem gegenüberliegenden porto ceresio, als zum nachbarschaftlichen, beliebigen quartier.

die konzeption des wohngeschosses ist vergleichbar mit dem zoom des fotoapparates, welches bewusst jenes ins zentrum rückt, welchem bedeutung gegeben werden soll, anderes aber auszublenden vermag.

in diesem sinne komponiert das haus durch bewusste auswahl ein neues bild des ortes, ein anderes, als es auf dem unbebauten grundstück wahrgenommen wurde.

das gesamte wohngeschoss versteht sich als loggia unter schützendem dach, innen und aussen gehen fliessend ineinander über.

von der eingangshalle führt, dem natürlichen äusseren hangverlauf folgend, eine innere geradlinige kaskadentreppe, am schlafgeschoss vorbei, direkt in den obersten raum, der wohnloggia mit küche.

die kaskadentreppe ist auf ihrer gesamten länge von acht metern bis unter das dach offen, sie bildet gleichsam die gasse im haus, das mittlere schlafgeschoss wird als ins gesamtvolumen eingefügter selbständiger kubus erlebt, das haus im haus. das haus wird zum dorf.

fotos: h.henz architekturfotograf